Klassisch-barocke Dressur München - Isabell Bader

Mein Pferd und Ich

Über Mich - Isabell Bader

Pferde begleiten mich, seit ich ein Kind bin. Das Reiten war für mich nie nur ein Hobby, sondern immer eine Möglichkeit, Beziehung, Bewegung und Kommunikation zu erleben. Mit den Jahren und unterschiedlichen Pferden wuchs mein Wunsch, nicht nur „zu reiten“, sondern wirklich zu verstehen, wie ein sinnvolles Training funktioniert – oder eben nicht.

Von 2021 bis 2023 konnte ich im Unterricht bei Lisa Gerlach meine Kenntnisse im klassisch orientierten Arbeiten vertiefen und meinen Blick für feine Einwirkung, Bewegungszusammenhänge und saubere Grundlagen weiter schulen. Diese Phase war für mich besonders prägend, da sie meine heutige Arbeitsweise nachhaltig beeinflusst hat.

2020 habe ich mein jetziges Pferd übernommen. Sie hat Ataxie und brachte zunächst große Herausforderungen mit sich. Erst durch den Unterricht bei Lisa und die konsequente, klassisch-barock orientierte Ausbildung wurde sie reitbar, losgelassen und fein an den Hilfen. Diese Erfahrung hat meinen Blick für Problempferde, Geduld und individuelle Lösungen noch einmal geschärft und prägt meine Arbeit bis heute.

Seit 2023 bilde ich mich kontinuierlich über Seminare und Fortbildungen weiter. Mir ist es wichtig, offen zu bleiben, dazuzulernen und meine Arbeit regelmäßig zu reflektieren – immer mit dem Ziel, Pferde fair, verständlich und langfristig gesund auszubilden.

Seit 2024 studiere ich Pädagogik, was meine Arbeit als Reitlehrerin optimal ergänzt. Das Studium hilft mir vor allem individuell auf Unsicherheiten und Ängste der Reiter einzugehen und Inhalte verständlich zu vermitteln. Besonders wichtig ist mir dabei ein ruhiger Rahmen, in dem Lernen ohne Druck möglich ist.

In meiner Arbeit verbinde ich Erfahrung, klassische Ausbildungsgrundsätze und pädagogisches Verständnis. Ich möchte Pferd und Reiter dort abholen, wo sie stehen, Zusammenhänge erklären und einen Weg aufzeigen, der nachvollziehbar, fair und realistisch ist – meine Arbeit ist besonders geeignet für Pferde mit individuellen Herausforderungen wie Ataxie, Freizeitpferde oder Turnierpferde.

„Alle Reitkunst beruht auf der Harmonie zwischen Reiter und Pferd.“

– Gustav Steinbrecht

Meine Philosophie

Meine Arbeit basiert auf den Grundsätzen der klassischen Reitlehre und der klassisch-barocken Ausbildung. Im Mittelpunkt stehen Verständnis, Klarheit und systematischer Aufbau für Pferd und Reiter. Ich gehe davon aus, dass Probleme in der Ausbildung selten aus Unwillen entstehen, sondern meist aus Unklarheit, fehlender Balance oder körperlicher Überforderung.

„Das Pferd ist immer bereit zu gehorchen, wenn es versteht.“

– François Robichon de la Guérinière

Dieses Zitat beschreibt einen zentralen Grundsatz meiner Arbeit: Wenn ein Pferd nicht umsetzt, was vom Reiter gewünscht ist, liegt die Ursache häufig in der Hilfengebung, im Timing oder in den körperlichen Voraussetzungen – nicht im Pferd selbst. Damit ist nicht gemeint das immer der Reiter "Schuld" ist, sondern auch andere Faktoren welche vom Menschen beeinflussbar sind, aber oft nicht bewusst beeinflusst werden. Mein Unterricht setzt deshalb dort an, wo Verständnis geschaffen werden kann, statt Verhalten zu korrigieren.

Darauf aufbauend ergibt sich der Schwerpunkt der Harmonie zwischen Reiter und Pferd, die sich aus Balance, Losgelassenheit und klarer Kommunikation entwickelt:

„Alle Reitkunst beruht auf der Harmonie zwischen Reiter und Pferd.“

– Gustav Steinbrecht

Harmonie ist dabei kein emotionaler Begriff, sondern das Ergebnis korrekter Ausbildung. Sie entsteht, wenn Hilfen eindeutig, dosiert und nachvollziehbar gegeben werden und das Pferd körperlich in der Lage ist, diese umzusetzen. Mein Unterricht und meine Lehrgänge sind darauf ausgerichtet, diese Voraussetzungen Schritt für Schritt zu erarbeiten und zu verstehen. Die Grundlage jeder Arbeit bilden Takt, Losgelassenheit und Anlehnung – unabhängig davon, ob es um Basisarbeit oder um höhere Lektionen geht. Fehlende Qualität in diesen Bereichen zeigt sich früher oder später in Problemen, auch wenn Lektionen zunächst „funktionieren“.

„Reite dein Pferd vorwärts und richte es gerade.“

– Gustav Steinbrecht

Diesen Satz hat bestimmt schon ein Jeder in seinem Reitunterricht gehört. Allerdings wird dieses Zitat meist falsch interpretiert. Dieses Zitat beschreibt nicht eine höhere Geschwindigkeit auf gerader Linie, sondern den vorwärtsorientierten Schub der Hinterhand, den es Lektionen unabhängig zu erhalten gilt. Dafür muss die Schubkraft mit der Tragkraft in einem Gleichgewicht bestehen um das Pferd Gesund zu erhalten.

„Unter dem Vorwärtstreiben verstehe ich nicht ein Vorwärtstreiben des Pferdes in möglichst eiligen und gestreckten Gangarten, sondern vielmehr die Sorge des Reiters, bei allen Übungen die Schubkraft der Hinterhand in Tätigkeit zu erhalten, dergestalt, daß nicht nur bei den Lektionen auf der Stelle, sondern sogar bei Rückwärtsbewegungen das Vorwärts, nämlich das Bestreben, die Last vorwärts zu bewegen, in Wirksamkeit bleibt." ​

– Gustav Steinbrecht

Die Geraderichtung wird dabei durch den Ausgleich der natürlichen Asymmetrie des Pferdes – der natürlichen Schiefe – erreicht. Klassische Übungen sind individuell an sein Pferd angepasste, gymnastizierende Übungen.

Ein fester Bestandteil meiner Arbeit ist neben der Dressurausbildung, die Bodenarbeit – Handarbeit, Arbeit am langen Zügel. Sie ermöglicht es, Bewegungsabläufe objektiv zu betrachten, Hilfen sauber aufzubauen und Probleme ohne Reitergewicht zu analysieren und zu lösen. Bodenarbeit ist für mich kein Ersatz für das Reiten, sondern ein wichtiges ergänzendes Werkzeug innerhalb der Ausbildung.

Meine Unterrichtsphilosophie unterscheidet sich dabei bewusst von Ansätzen, bei denen Lektionen schneller erreicht werden sollen als die körperlichen Voraussetzungen es erlauben, die Probleme hauptsächlich durch stärkere Hilfen oder Hilfsmittel gelöst werden und die äußere Form über innere Losgelassenheit gestellt wird. Ich arbeite nicht leistungs- oder ergebnisorientiert im Sinne von „möglichst schnell“, sondern ausbildungsorientiert. Auch Reiter mit Turnierambitionen sind willkommen, sofern eine korrekte, gesunderhaltende Basis im Vordergrund stehen kann. Meine Arbeit richtet sich an Reiter, die klassische Grundsätze schätzen, bereit sind, an Ursachen statt Symptomen zu arbeiten und eine ruhige, nachvollziehbare Ausbildung für ihr Pferd suchen.

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